Objektdetails

Schloss Lichterfelde

Schloss Lichterfelde
Quelle Bild: Jörg Heldt
Land:Deutschland
Bundesland:Brandenburg
Landkreis:Barnim
Ort:Schorfheide - Lichterfelde
Info:

Schule

Geschichte:

Die Sage über die Entstehung des Schlosses Lichterfelde mag Dichtung und Wahrheit verwechseln, sie mag auch in noch weiter zurückliegende Zeiten hineinreichen, einen historischen Wesenskern hat sie auf alle Fälle. Eine Inschrift über dem Schlossportal, die leider im Jahre 1893 überputzt wurde, bezeichnet als Baujahre 1565 - 67, als Baumeister Joachim von Roncha aus Manilia in Italien und als Bauherren die Gebrüder Arendt und Christoph von Sparr. Deren Vater, der Oberhauptmann der Festung Spandau war, hat kurz vorher durch diesen italienischen Baumeister die Spandauer Festung im Auftrage des Kurfürsten Joachim II. anlegen lassen. Es liegt wohl nahe, dass dieser auch Schloss Lichterfelde gebaut hat.

Aus der Inschrift („Renovat. In AO 1580“) geht hervor, dass das Schloss renoviert wurde, das anfänglich, wie berichtet wird, weder Tür noch Treppen besaß und diese sich nebst der Eingangstür in einem Vorbau befanden. Alle Zimmer hatten eine Wölbung. Im oberen Stockwerk ließ der vorletzte Schlossherr diese abtragen, weil sie allzu lastend erschienen. Das ganze Schloss ruht auf vier parallel laufenden unterirdischen Tonnengewölben, großen Kellern. Die Gewölbe der ersten Etage sind sogenannte Blendgewölbe, die der zweiten an den Ecken der Zimmer sind kreuzgewölbeartig. Die Treppe im Vorbau geht um einen massiven, etwa fünf Fuss starken, viereckigen Pfeiler, der von unten bis zum Hausgiebel reicht, hier herum windet sich die Treppe in Absätzen.

Als Fontane Lichterfelde besuchte, sagte ihm der Schlossherr kurz und bündig: „Das Schloss hat weder Treppe noch Küche und besteht ausschliesslich aus 12 Zimmern und 12 Klosetts“. Von seiner Ursprünglichkeit hat das Schloss viel behalten, wenn es auch viele bauliche Veränderungen erfuhr.

Der sogenannte „weiße Saal“ – von Splittgerber um 1800 eingerichtet – war im Rokokostil gehalten und mit Empiremöbeln ausgestattet. Der „rote Saal“ zeichnet sich durch Wandmöbel aus.

Von großer Bedeutung war der Waffensaal. An den sogenannten Judenkeller im Kellergewölbe mit dem passierbaren Gang zur Kirche knüpften sich geheimnisvolle Sagen, so z.B., dass man hier vor vielen Jahren zwei Juden gefangen gehalten hat. Es entspricht jedoch der Wahrheit, dass es im Keller zwei Brunnen gibt und wohl ein Gang bis zum ehemaligen Schäferhaus (Weinkeller) vorhanden war. Das Schlossdach krönte ein Aussichtsturm, den von der Groeben gerne nutzte. 1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben.

In der DDR-Zeit verlor das Schloss sein ursprüngliches Aussehen. Im Jahr 1969/70 wurde das oberste Dachgeschoss abgerissen, damit ging der „Schlosscharakter“ verloren. 1958 zog in das Schloss die Polytechnische Oberschule ein und blieb dort bis zur Wende.

Quellenhinweise

  • Like us on Facebook
  • Follow us on Twitter
  • Follow us on Instagram

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Teilweise binden wir externe Dienste Dritter ein, womit Daten dieser Dienste erfasst werden können. Mit der weiteren Nutzung unserer Internetseite erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen zur Erhebung, Verwendung und Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzerklärungen.